Inklusion im Katharinenhaus: Ein Projekt für Bienen und Menschen
Das Katharinenhaus baut ein Insektenhotel, um Inklusion zu fördern. Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten arbeiten zusammen, um einen Lebensraum für Insekten zu schaffen.
Im Katharinenhaus wird derzeit ein Insektenhotel gebaut. Auf den ersten Blick mag dies wie ein simples Unterfangen erscheinen, doch bei näherer Betrachtung wird schnell klar, dass hier weit mehr als nur Holz und Halme zusammengefügt werden. Es geht um Inklusion, Zusammenarbeit und die Verbindung von Menschen verschiedenen Alters und mit unterschiedlichen Fähigkeiten.
Die Idee eines Insektenhotels ist nicht neu. Überall in Parks und Gärten begegnen einem die gebastelten Kunstwerke, die vor allem den nützlichen Bestäubern einen Unterschlupf bieten sollen. Im Katharinenhaus jedoch wurde das Projekt mit dem Ziel ins Leben gerufen, ein Gemeinschaftsgefühl zu fördern. Menschen mit und ohne Behinderungen arbeiten Hand in Hand, um einen Lebensraum für die Insekten zu schaffen.
Die ersten Schritte des Projekts waren von einer gewissen Skepsis geprägt. Einige waren sich unsicher, ob die Kombination von handwerklichen Tätigkeiten und sozialer Interaktion fruchtbar sein würde. Doch die ersten Proben aus Holz und Pappe wurden schnell von der Gruppe angenommen, die sich für das Projekt zusammengefunden hatte. Ein Tischler, ein Sozialarbeiter, einige engagierte Freiwillige und natürlich die Hauptakteure: die Bewohner des Katharinenhauses.
Der Bau des Insektenhotels ist nicht einfach, und es gibt viele Entscheidungen zu treffen. In ruhigen Momenten, bei einer Tasse Tee, wird darüber diskutiert, welche Materialien am besten geeignet sind. Naturbelassene Hölzer, Schilfrohr, Stroh – die Auswahl ist überwältigend, doch jeder Vorschlag wird respektiert und gewürdigt. Immer wieder wird die Frage aufgeworfen: Wer hat das letzte Wort? An dieser Stelle wird deutlich, dass es hier nicht um Hierarchien geht, sondern um kollektive Entscheidungen. Jeder hat das Recht, gehört zu werden.
Das Bauprojekt wird lebendig
Eines der Highlights des Projektes ist die kreative Freiheit, die den Teilnehmern gewährt wird. So entstehen nicht nur funktionale Nistplätze für die Insekten, sondern auch wahre Kunstwerke. In den Pausen wird ausgelassen gelacht, und es entstehen Geschichten über die verschiedenen Insekten, die eines Tages Einzug halten sollen. So erfährt man von der Arbeit der Biene, der Bedeutung der Schmetterlinge und dem Leben der Käfer. Diese Informationen werden nicht nur aus Büchern gepflückt, sondern das Team besucht auch nahegelegene Gärten, um diese Tiere in ihrem natürlichen Habitat zu beobachten.
Ein weiterer Aspekt des Projektes ist das Lernen und der Austausch untereinander. Während die einen mit vollen Händen arbeiten, stehen andere bereit, um ihre Erfahrungen und ihr Wissen einzubringen. Dies geschieht oft im Gespräch, und auf diese Weise werden nicht nur handwerkliche Fähigkeiten vermittelt, sondern auch soziale Kompetenzen geschult. Der Dialog zwischen den Beteiligten ist geprägt von Respekt und Neugier, was den Gemeinschaftsgeist noch weiter stärkt.
Die Herausforderung besteht oft darin, die unterschiedlichen Bedürfnisse und Fähigkeiten der Teilnehmer zu berücksichtigen. Doch es wird schnell klar, dass jeder auf seine Weise einen wertvollen Beitrag leistet. Sei es durch das präzise Messen eines Holzstückes oder das kreative Ausschneiden von Papierformen – es entwickelt sich ein starkes Zusammengehörigkeitsgefühl, das über den Bau des Insektenhotels hinausgeht.
Die Vorfreude auf die Fertigstellung des Projekts ist greifbar. Wenn das Hotel für Insekten schlussendlich eröffnet wird, bekommen die geschaffenen Nistplätze eine ganz besondere Bedeutung: Sie sind ein Symbol für die Inklusion, die in diesem kleinen, aber feinen Projekt praktiziert wird. Die Arbeit mag einfach erscheinen, doch dahinter steht eine Botschaft, die die Herzen aller Beteiligten berührt: Gemeinsam sind wir mehr als die Summe unserer Teile.
Und so wird das Insektenhotel nicht nur ein Ort für die Bienen und ihre Freunde, sondern auch ein Zeugnis der Zusammenarbeit, des Miteinanders und der Kraft der Gemeinschaft. Die Geschichte des Katharinenhauses zeigt, dass durch eine simple, kreative Idee große Veränderungen angestoßen werden können – für Menschen, für Insekten und letztlich für die Umwelt.